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Gesundheitsrisiko Hitze am Arbeitsplatz

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Der Klimawandel ist längst keine bloße Zukunftsprognose mehr, sondern eine Realität, die bereits jetzt Auswirkungen auf das tägliche Arbeitsleben hat. Insbesondere die steigenden Temperaturen und die damit einhergehenden Hitzewellen stellen nicht nur ökologische und wirtschaftliche Herausforderungen dar, sondern beeinflussen auch direkt die Gesundheit und das Wohlbefinden eurer Belegschaft. Hier erfährst du mehr zum Thema Gesundheitsrisiko Hitze am Arbeitsplatz.

Wie Hitze am Arbeitsplatz die Gesundheit gefährdet - Krankenstand und Krankschreibungen im Verlauf des Jahres 2023

Der Krankenstand in Deutschland lag 2023 im zweiten Jahr in Folge auf einem Rekordniveau. Weit über die Hälfte der Beschäftigten hatte mindestens eine Krankschreibung. Neben Erkältungen und Muskel-Skelett-Erkrankungen sind insbesondere psychische Erkrankungen Grund für den explodierenden Krankenstand. Wie der aktuelle DAK-Gesundheitsreport 2024 zeigt, sind die krankheitsbedingten Ausfälle gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozent gestiegen. Insgesamt lag der Krankenstand in den Unternehmen in Deutschland bei 5,5 Prozent. Weit über die Hälfte der Beschäftigten hatte von Januar bis Dezember 2023 mindestens eine Krankschreibung, im Durchschnitt zeigen sich 20 Fehltage pro Kopf.

Die Entwicklung der Krankschreibungen in den Monaten Mai bis September zeigt in allen analysierten Jahren einen parallelen Anstieg von Krankschreibungen aufgrund von Kreislauferkrankungen und einem Anstieg der Tagestemperaturen. Auch wenn diese Effekte bisher den Krankenstand insgesamt noch nicht stark beeinflussen, so unterstreichen die Ergebnisse die Einflüsse von Hitzeperioden auf die Gesundheit von Beschäftigten. Eine verminderte Leistungsfähigkeit steht aktuell noch im Vordergrund der Auswirkungen. Produktivitätsausfälle in Hitzeperioden entstehen bisher aber weniger durch attestierte Krankschreibungen als vielmehr durch teilweise deutliche Einschränkungen in der Leistungsfähigkeit. Knapp jeder fünfte Beschäftigte hat gesundheitliche Probleme bei Hitze, und sieben Prozent davon sind behandlungsbedürftig.

Weniger verbreitete Maßnahmen zur Arbeitsorganisation zum Hitzeschutz, wie z.B. Flexibilisierung der Arbeits- und Pausenzeit, sind teilweise wenig verbreitet und weniger stark wahrgenommen. Ein Viertel der Beschäftigten erwartet, dass sich die Arbeitsbedingungen im eigenen Arbeitsbereich durch wiederkehrende Hitzeperioden verschlechtern werden.

Hitzebelastung im Fokus – Analyse der Auswirkungen

Diese Analyse der DAK basiert auf umfangreichen Daten aus verschiedenen Quellen, darunter Arbeitsunfähigkeitsdaten, Wetterdaten und einer breit angelegten Erwerbstätigenbefragung. Wenn euch die genauen Datensätze interessieren, dann findet ihr die analysierten Arbeitsunfähigkeitsdaten in den Berichtsjahre 2022 und 2023 ab Seite 164.

Zusammenfassung des Themas Gesundheitsrisiko Hitze am Arbeitsplatz

Mit Hilfe des diesjährigen Schwerpunktthemas des DAK-Gesundheitsreportes sind bereits bekannte wissenschaftliche Befunde für die Allgemeinbevölkerung zu den gesundheitlichen Folgen des Klimawandels im Allgemeinen und Hitze im Besonderen nun auch auf die Beschäftigten in Deutschland übertragbar. Auch die relativ gesunde Gruppe der Beschäftigten ist durch Hitze belastet: Während Hitzewellen fühlen sich rund 23 Prozent der Beschäftigten bei ihren Tätigkeiten während der Arbeit stark belastet. Weitere 40 Prozent geben an, durch Hitze mäßig belastet zu sein.

Ältere und weibliche Beschäftigte sind zu größeren Anteilen belastet als junge oder männliche Beschäftigte. Körperlich Tätige sind stärker durch Hitze belastet als geistig Tätige, und drinnen Beschäftigte sind seltener von Hitze während der Arbeit belastet als draußen Beschäftigte. Auch chronisch körperlich oder psychisch kranke sowie adipöse Beschäftigte sind stärker durch Hitze am Arbeitsplatz belastet als Beschäftigte ohne diese Erkrankungen

Fast zwei Drittel der Beschäftigten geben an, dass auch insgesamt mehr für den Klimaschutz getan werden sollte. Diese Zahlen verdeutlichen das Gesundheitsrisiko Hitze am Arbeitsplatz

Prävention von Gesundheitsrisiken durch Hitze am Arbeitsplatz

Angesichts der alarmierenden Ergebnisse des DAK-Gesundheitsreports 2024 wird deutlich, dass Hitze am Arbeitsplatz nicht nur eine vorübergehende Unannehmlichkeit ist, sondern ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko darstellt. Um die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewährleisten, ist es daher von entscheidender Bedeutung, präventive Maßnahmen zu ergreifen und die Arbeitsbedingungen entsprechend anzupassen. Konkrete Maßnahmen zur Reduzierung der Hitzebelastung am Arbeitsplatz könnten folgende sein:

Klimaanlagen und Belüftungssysteme

Die Installation von Klimaanlagen oder die Verbesserung der Belüftungssysteme in Arbeitsräumen kann dazu beitragen, die Raumtemperatur auf einem angenehmen Niveau zu halten.

Beschattung

Die Einrichtung von Sonnenschutzvorrichtungen wie Jalousien, Markisen oder Sonnensegeln an Fenstern und Fassaden kann dazu beitragen, direkte Sonneneinstrahlung zu reduzieren und somit die Raumtemperatur zu senken.

Kühlungsmöglichkeiten

Bereitstellung von gekühltem Trinkwasser oder anderen erfrischenden Getränken am Arbeitsplatz, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hydratisiert zu halten.

Flexible Arbeitszeiten

Die Möglichkeit, Arbeitszeiten flexibel zu gestalten, um besonders heiße Tagesabschnitte zu meiden, kann den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern helfen, der Hitze besser zu entkommen.

Pausenregelungen

Eine Anpassung der Pausenregelungen, um längere Pausen oder Ruhezeiten während hitzebelasteter Stunden zu ermöglichen, kann den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern helfen, sich zu erholen und zu regenerieren.

Schutzkleidung und Arbeitsmittel

Bereitstellung von leichter, atmungsaktiver Arbeitskleidung sowie ergonomischer Arbeitsmittel, um die Belastung durch Hitze am Arbeitsplatz zu verringern.

Betriebliches Gesundheitsmanagement

Implementierung eines umfassenden betrieblichen Gesundheitsmanagements, das regelmäßige Gesundheitschecks, Beratungsangebote und Unterstützung bei der Bewältigung von Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz umfasst.

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