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Mentale Gesundheit

Der Eigennutz im Altruismus

Der Eigennutz im Altruismus

Viele Menschen helfen regelmäßig anderen, beispielsweise mit einer ehrenamtlichen Tätigkeit oder mit einer Geldspende. Doch sind wir wirklich selbstlos, wenn wir Selbstloses tun? Oder spielen möglicherweise doch auch egoistische Motive eine Rolle? Welche Vorteile Altruismus mit sich bringt und warum mit der eigenen Hilfsbereitschaft manchmal auch Eigennutz einhergeht, erfährst du hier.

Altruismus aktiviert das Belohnungssystem und stärkt die Gesundheit

Der Mensch ist ein soziales Tier, das in Gruppen agiert und von der Kooperation mit anderen profitiert. In der Gruppe bestehen höhere Überlebenschancen für die Spezies, sodass hier der Selbsterhaltungstrieb ein wichtiger Motivator ist. Dementsprechend finden sich kooperative Verhaltensweisen nicht nur in menschlichen Gesellschaften, sondern auch in der Tier- und Pflanzenwelt und sogar bei Bakterien. Bei der Zugabe eines Antibiotikums in einer Bakterienkultur helfen resistente Bakterien den weniger resistenten durch die Produktion eines bestimmten Stoffes, wodurch das Überleben der gesamten Population erhöht wird.

Evolutionär gesehen hatte die Kooperation einen entscheidenden Überlebensvorteil. In einer Gruppe zu leben und zu arbeiten, erhöht die Überlebenschancen im Vergleich zum Alleinsein. Obwohl dies auf den ersten Blick altruistisch erscheinen mag, liegt dem ein egoistisches Motiv zugrunde: das Überleben und die Weitergabe der eigenen Gene. Die Natur hat sich hier etwas Cleveres einfallen lassen, um dieses kooperative Verhalten zu fördern. Wenn Menschen kooperieren und anderen helfen, werden Glückshormone wie Dopamin ausgeschüttet. Dies führt zu einem Gefühl der Zufriedenheit und Anerkennung, wodurch das kooperative Verhalten weiter verstärkt wird.

Darüber hinaus hat die Neigung zur Kooperation und zum Helfen auch positive Auswirkungen auf die Gesundheit. Menschen, die regelmäßig Gutes für andere tun, werden seltener krank und haben eine höhere Lebenserwartung. Dies könnte als eine Art biologische Belohnung für prosoziales Verhalten betrachtet werden, das nicht nur dem Einzelnen, sondern der gesamten Gemeinschaft zugutekommt. In diesem Sinne ist der Altruismus nicht nur eine moralische, sondern auch eine biologisch und evolutionär sinnvolle Handlungsweise.

Reziprozität: Das Prinzip der Gegenseitigkeit

Förderliche und hemmende Faktoren der Selbstlosigkeit

Altruistisches Verhalten wird auch stark von der Moral einer Gesellschaft beeinflusst. Menschen handeln eher selbstlos, wenn sie sich beobachtet fühlen und anderen ihr moralisch korrektes Verhalten demonstrieren können. Dadurch erhoffen sich Individuen in der Regel soziale Anerkennung. Handelt man stattdessen nicht nach ethischen Normen, so könnte man auf Kritik und Ablehnung stoßen.

Altruismus wird jedoch gehemmt, wenn Menschen unter Zeitdruck stehen oder sich eben nicht beobachtet fühlen. Dies legt nahe, dass externe Faktoren wie sozialer Druck und Zeit eine wichtige Rolle bei prosozialem Verhalten spielen können.

Helfersyndrom: Zu ausgeprägter Altruismus?

Menschen, die gerne und oft anderen helfen, ziehen in der Regel ein tiefes Gefühl des Wohlbefindens aus ihrem altruistischen Verhalten. Dieser Altruismus kann eine wichtige Quelle für persönliche Erfüllung und Zufriedenheit sein. Allerdings hat die Medaille auch eine Kehrseite: Wenn das Bedürfnis, anderen zu helfen, überhand nimmt und zur Verpflichtung wird, können negative psychische Effekte wie Erschöpfung, Depression, Angst oder Schuldgefühle auftreten. In solchen Fällen wird die ursprünglich positive Handlung zur Belastung. Dies wurde besonders deutlich während der Pandemie, als die psychische Gesundheit von besonders selbstlosen Menschen stärker beeinträchtigt war. Die ständige Sorge um das Wohl anderer, oft auf Kosten des eigenen Wohlbefindens, führt zu einer erhöhten psychischen Belastung. Daher ist es wichtig, ein Gleichgewicht zwischen dem Wunsch, anderen zu helfen, und der eigenen Selbstfürsorge zu finden.

Hier findest du alle Informationen zu der oben erwähnten Studie. 

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