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Resilienz: Gefestigt auch in stressigen Zeiten

Inhalt

In einer Welt, in der Stress, Unsicherheit und Krisen allgegenwärtig sind, ist Resilienz ein Schlüssel zur psychischen Gesundheit und zum persönlichen Erfolg. Resiliente Menschen sind besser in der Lage, mit den Belastungen des Alltags umzugehen und sich von Rückschlägen zu erholen. Erfahre hier mehr über Resilienz und erhalte Tipps, wie du sie stärken kannst.

Resilienz - die innere Widerstandskraft

Resilienz ist ein Begriff, der aus der Materialwissenschaft stammt und die Fähigkeit eines Materials beschreibt, nach Verformung wieder in seine ursprüngliche Form zurückzukehren. In der Psychologie bezieht sich Resilienz auf die Fähigkeit einer Person, schwierige Lebensereignisse und Krisen zu bewältigen und gestärkt aus ihnen hervorzugehen. Es geht also um einen Anpassungsprozess angesichts von Tragödien, Bedrohungen oder anderen Stressquellen wie die kleinen Mikrostressoren des Alltags. Resiliente Menschen sind in der Lage, mit Stressquellen umzugehen, diese zu bewältigen, sich an Veränderungen anzupassen, sich schnell zu erholen und ihre psychische Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu erhalten. Vermögenswerte und Ressourcen innerhalb der Person, ihres Lebens und ihrer Umgebung erleichtern diese Fähigkeit zur Anpassung und zum “Abprallen” angesichts von Widrigkeiten. Die Erfahrung von Resilienz ist im Laufe des Lebens unterschiedlich.

7 zentrale Resilienzfaktoren

Die folgenden Resilienzfaktoren sind miteinander verflochten und tragen dazu bei, dass Menschen widerstandsfähiger gegenüber den Stürmen des Lebens werden. Resilienz ist nicht nur eine angeborene Eigenschaft, sondern kann durch Training und Entwicklung dieser Fähigkeiten gestärkt werden.

  1. Selbstreflexion
    Die eigenen Emotionen sowie die Sichtweise anderer Menschen auf einen selbst zu verstehen, ist ein fundamentaler Aspekt der Resilienz. Selbstreflexion und Empathie tragen dazu bei, effektiv auf die Bedürfnisse und Gefühle sowohl der eigenen Person als auch anderer zu reagieren.

  2. Selbstregulation und Selbstwirksamkeit
    Selbstregulation meint, die eigenen Emotionen kontrollieren zu können und impulsive Reaktionen zu verhindern. Techniken wie Achtsamkeitsmeditation oder Atemübungen können besonders in stressigen Momenten helfen, einen klaren Kopf zu bewahren. Sie geben die nötige emotionale Stabilität, um schwierige Situationen anzugehen. Selbstwirksamkeit hingegen bezieht sich auf den Glauben an die eigene Fähigkeit, Herausforderungen zu bewältigen. Menschen mit hoher Selbstwirksamkeit haben mehr Vertrauen in sich selbst, positive Veränderungen herbeizuführen, was ihre Resilienz stärkt.

  3. Soziales Netzwerk
    Effektiv in sozialen Interaktionen zu agieren, Konflikte zu lösen und gesunde Beziehungen aufzubauen, ist von großer Bedeutung. Ebenso spielt die Verfügbarkeit von sozialer Unterstützung, sei es von Freunden, Familie oder Gemeinschaft, eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung von Krisen.

  4.  Problemlösefähigkeit
    Herausforderungen systematisch anzugehen und Lösungen zu finden, ist ein weiterer zentraler Resilienzfaktor. Resiliente Menschen sind in der Lage, Probleme in kleine, handhabbare Teile zu zerlegen und Strategien zur Überwindung zu entwickeln.

  5. Aktive Bewältigungskompetenzen und Umgang mit Stress
    Resiliente Personen neigen dazu, aktiv mit Stress umzugehen, sei es durch körperliche Aktivität, Entspannungstechniken oder andere gesunde Bewältigungsmechanismen. Sie sind flexibel und passen sich Veränderungen an, anstatt sich von ihnen überwältigen zu lassen.

  6. Optimismus
    Ein optimistischer Lebensansatz, der die Fähigkeit zur positiven Bewertung von Situationen und zur Suche nach Chancen inmitten von Schwierigkeiten betont, trägt wesentlich zur Resilienz bei. Optimismus ermöglicht es, Krisen als vorübergehend und bewältigbar zu sehen.

  7. Akzeptanz – Veränderungen als Chance sehen
    Akzeptanz bedeutet, die Realität so anzunehmen, wie sie ist – auch wenn sie unangenehm oder schmerzhaft sein mag. Es geht nicht darum, negative Erfahrungen gutzuheißen, sondern ihre Existenz zu akzeptieren und darauf aufbauend sinnvolle Handlungen durchzuführen. Akzeptanz kann durch verschiedene Techniken gefördert werden, etwa durch Achtsamkeitsübungen oder die kognitive Umstrukturierung. Hierbei geht es darum, den Moment so zu akzeptieren, wie er ist, ohne ihn bewerten oder verändern zu wollen. Dadurch entsteht Raum für konstruktive Lösungen und einen bewussteren Umgang mit Herausforderungen.

Wie gelingt es Menschen, sich von Krisen nicht aus der Form bringen zu lassen?

Es gibt bestimmte resilienzförderliche Eigenschaften, welche Menschen dabei helfen, Krisen besser zu meistern und gestärkt aus diesen hervorzugehen. Einer der grundlegenden Faktoren ist ein ruhiges und ausgeglichenes Temperament. Menschen, die in der Lage sind, ihre Emotionen zu kontrollieren und in stressigen Situationen Ruhe zu bewahren, sind oft besser in der Lage, schwierige Situationen zu bewältigen, da sie weniger anfällig für übermäßigen Stress und negative Emotionen sind.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist ein offenes Kontaktverhalten. Das bedeutet, dass resiliente Menschen in der Lage sind, Beziehungen zu anderen aufzubauen und aufrechtzuerhalten. Sie sind offen für soziale Interaktionen, suchen Unterstützung bei Freunden und Familie und sind in der Lage, positive soziale Netzwerke aufzubauen, die ihnen in Zeiten der Not helfen können.

Kommunikations- und Problemlösefähigkeiten spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle bei der Förderung von Resilienz. Individuen, die effektiv kommunizieren können, sind besser in der Lage, ihre Bedürfnisse und Gefühle auszudrücken, was ihnen dabei hilft, Unterstützung zu erhalten und Konflikte zu lösen. Darüber hinaus sind gute Problemlösefähigkeiten entscheidend, um Schwierigkeiten anzugehen und nach Lösungen zu suchen, anstatt sich von ihnen überwältigen zu lassen.

Resiliente Personen weisen außerdem ein gewisses Maß an Autonomie vor, also ein Gefühl der Eigenverantwortung und Unabhängigkeit. Sie können selbständig Entscheidungen treffen und Maßnahmen ergreifen, um ihre Situation zu verbessern, anstatt auf andere angewiesen zu sein.

Sind die eigenen Möglichkeiten jedoch ausgeschöpft oder die Probleme nicht aus eigener Kraft zu lösen, gilt es sich anderen Personen anzuvertrauen. Die Fähigkeit, sich selbst Hilfe und Unterstützung zu holen, ist ebenfalls ein Schlüsselfaktor der Resilienz. Resiliente Menschen erkennen, wenn sie Hilfe benötigen, sei es in Form von professioneller Unterstützung oder Unterstützung von Freunden und Familie, und sind bereit, danach zu fragen. Sie schämen sich nicht, um Hilfe zu bitten, da sie verstehen, dass dies ein Zeichen von Stärke und Klugheit ist.

Hier findest du Wahrnehmungsübungen für zwischendurch.

Tipps für mehr Resilienz

1. Baue ein soziales Netzwerk auf.

2. Betrachte Krisen nicht als unüberwindbare Probleme.

3. Akzeptiere Veränderungen als Teil deines Leben.

4. Gehe schwierige Situationen an, vermeide sie nicht und warte nicht, bis sie von alleine vorbeigehen.

5. Achte auf Gelegenheiten, um dich selbst besser kennen zu lernen. Gerade Krisen und Tragödien sind oft dazu geeignet, etwas über sich selbst zu erfahren und das Leben mehr zu schätzen.

6. Pflege ein positives Selbstbild und kümmere dich gut um dich.

7. Betrachte Krisen nicht als unüberwindbare, für immer anhaltende Probleme, sondern denke in einer längerfristigen Perspektive.

8. Bleibe optimistisch.

9. Verfolge deine Ziele und übernimm die Verantwortung für dein Glück.

Resilienz ist eine wertvolle Fähigkeit, die es uns ermöglicht, Krisen zu bewältigen und gestärkt aus ihnen hervorzugehen. Indem wir an unserer Resilienz arbeiten, können wir unsere psychische Gesundheit und unser Wohlbefinden verbessern und besser auf die Herausforderungen des Lebens reagieren. Resilienz ist wie ein Muskel, den wir trainieren können, und sie kann uns auf unserem Lebensweg erheblich unterstützen.

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