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10 Ernährungsmythen auf dem Prüfstand

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Wir alle sollten mindestens 3 Liter Wasser am Tag trinken, Honig statt Zucker verwenden und nur frisches Obst und Gemüse konsumieren. Ist da wirklich was dran?  Es grassieren unzählige Ernährungsmythen, wir gehen 10 davon auf die Spur und klären dich auf.

Die Wahrheit über Ernährungsmythen

Ernährungsmythen sind falsche Annahmen über bestimmte Lebensmittel oder Nährstoffe, die wissenschaftlich nicht belegt sind. Viele dieser Mythen wurzeln in vergangenen Zeiten ohne moderne Ernährungswissenschaft oder Technologien wie Kühlschränke, weshalb ihr genauer Ursprung oft unklar ist.

Moderne Ernährungsmythen entstehen oft im Zusammenhang mit aktuellen Ernährungstrends. Ein Beispiel ist die “Steinzeitdiät”, die einen hohen Fleischkonsum und wenig Kohlenhydrate empfiehlt, obwohl Experten davon abraten. Obwohl die Ernährungswissenschaft Erkenntnisse über den Nährwert von Lebensmitteln und deren Einfluss auf die Gesundheit liefert, gibt es heute mehr Ernährungsmythen als je zuvor. Ein Grund dafür sind missverständliche Aussagen in Werbung oder Pressemitteilungen von Forschungsinstituten, die von Nachrichtenagenturen oft verkürzt und ohne Kontext weiterverbreitet werden.

Die Verbreitung von Ernährungsmythen wird durch digitale Medien beschleunigt, da sie schnell geteilt und verbreitet werden können. In der deutschen Sprache existieren tausende Websites, Blogs und Videos mit Ernährungstipps, von denen viele jedoch falsche Informationen verbreiten. Jeder kann sich heute als Ernährungsexperte ausgeben und persönliche Meinungen ungeprüft verbreiten, was zur Verbreitung von irreführenden Ernährungsmythen beiträgt.

Mindestens 3 Liter Wasser am Tag

Genug trinken ist essentiell für unseren Körper und seine Leistungsfähigkeit, keine Frage. Allerdings müssen es nicht 3 Liter am Tag sein, denn für einen Erwachsenen reichen ca. 2,5 Liter. Die Menge unterscheidet sich aber auch von Mensch zu Mensch hinsichtlich Körpergröße und Aktivitätslevel beispielsweise. Da wir auch Flüssigkeit mit der Nahrung aufnehmen, ist man meist auf der sicheren Seite, wenn man darüber hinaus 1,5 – 2 l zu sich nimmt.

Abends essen macht dick

Wer abnehmen will, verzichtet oft auf die abendliche Mahlzeit. Dabei ist nicht die Uhrzeit der Kalorienaufnahme entscheidend, sondern die aufgenommene Kalorienmenge des gesamten Tages. Vor allem ist leichte Kost, sowohl morgens und mittags als auch abends, hilfreich, um das Gewicht zu halten oder ggf. ein paar Pfunde zu verlieren.

Einfach Abnehmen durch Light-Produkte

Ob low-carb oder low-fat Produkte, beide sollen die Gewichtsreduktion unterstützen. Ebenso wie beim vorherigen Mythos ist es jedoch bedeutender, wie viele Kalorien über den gesamten Tag aufgenommen werden. Low-carb oder -fat Produkte enthalten zwar weniger Zucker oder Fett, damit ist jedoch nicht zwingend auch der Energiegehalt verringert. Der Verlust an Geschmack muss ausgeglichen werden, sodass zuckerreduzierte Lebensmittel oft mehr Fett enthalten oder auch Süßungsmittel, welche den Appetit auf Dauer anregen können. Wer trotzdem auf solche Produkte zurückgreifen will, muss sich nicht zwischen low-carb oder low-fat entscheiden – es gibt keinen signifikanten Unterschied beim Abnehmerfolg.

Kohlenhydrate machen dick

Die häufig zu Unrecht verteufelten Kohlenhydrate sind besser als ihr Ruf. Wir brauchen Kohlenhydrate, um Kraft zu haben und damit unser Hirn ausreichend Energie zum Denken hat. Allerdings sollte für eine gesunde und körperbewusste Ernährung auf komplexe Kohlenhydrate (v. a. Vollkornprodukte) zurückgegriffen werden, da diese den Blutzuckerspiegel nicht so schnell in die Höhe schießen lassen und länger satt machen. Außerdem enthalten sie mehr Ballaststoffe und sind damit einfachen Kohlenhydraten wie dem üblichen Haushaltszucker oder Weißmehlprodukten vorzuziehen.

Basische Ernährung bietet gesundheitliche Vorteile

Ernährungstrend gibt es viele, egal ob low-carb, ayurvedisch oder basisch: Aber was ist dran an der Gefahr eines übersäuerten Körpers? Durch eine basische Ernährung soll das Säure-Basen-Gleichgewicht im Körper wieder hergestellt werden. Allerdings schafft unser Körper das mit seinem natürlichen Puffersystem von ganz alleine, vor allem wenn man sich ausgewogen ernährt. Bei der basischen Ernährung könnte es vor allem um eines gehen: Den Geldbeutel der Hersteller, die derartige Produkte vermarkten.

Tiefkühlprodukte sind nicht so gut wie frische Ware

Ein frischer Blumenkohl erscheint wesentlich gesünder als eine Plastikpackung mit Blumenkohl aus der Tiefkühltruhe. Dieses Gefühl trügt uns jedoch, denn tiefgefrorenes Obst und Gemüse kann sogar gesünder sein. Die geernteten Produkte werden meist direkt nach der Ernte schockgefrostet, sodass wertvolle Vitamine erhalten bleiben, während diese bei herkömmlichen Transport- und Lagermethoden mit der Zeit geringer werden.

Mit Vitaminpräparaten die Gesundheit stärken

Nahrungsergänzungsmittel, darunter synthetisch hergestellte Vitamine, sind voll im Trend und versprechen mehr Vitalität und ein gestärktes Immunsystem. Keine Frage, für die Funktionsweise unseres Körpers sind Vitamine unverzichtbar, jedoch helfen uns Pillen in diesem Fall nicht weiter. Dort sind die Vitamine nämlich isoliert enthalten. Wer hingegen einen Apfel isst, nimmt mit diesem neben den Vitaminen eine ganze Reihe weiterer gesunder und wichtiger Stoffe auf, beispielsweise Polyphenole. Zu erwähnen ist außerdem, dass auch Vitamine überdosiert werden und so zu Vergiftungserscheinungen führen können. Durch eine ausgewogene Ernährung kommt im Normalfall jeder auf seinen Vitaminbedarf. Ist dies nicht der Fall, kann man nach der Absprache mit seinem Arzt einzelne Vitamine supplementieren.

Man kann so viel Obst essen, wie man möchte

Obst ist lecker und natürlich gesund, denn es enthält viele Vitamine, Ballaststoffe und Enzyme. In Unmengen sollte es trotzdem nicht verzehrt werden, denn zu viel Fructose kann sich negativ auf unsere Gesundheit auswirken. Zu hohe Mengen erhöhen den Harnsäurewert, werden als Fett in die Leber eingebaut, belasten den Darm und erhöhen das Risiko für Entzündungen. Empfohlen werden täglich zwei Portionen Obst. Sollte es mal mehr sein, wird man davon nicht direkt krank – jedoch sollte auf Dauer auf die Obst- bzw. Fructosemenge geachtet werden.

Honig & Co sind gesünder als Zucker

Honig, Agavendicksaft oder Dattelsirup gelten als gesunde Zuckeralternativen. Das stimmt so allerdings nicht ganz, denn auch solche Süßungsmittel haben eine hohe Kaloriendichte und der enthaltene Fruchtzucker kann appetitanregend wirken. Ebenso wie Zucker kann durch Honig und ähnliche Produkte Karies verursacht werden. Zwar enthält Honig im Gegensatz zu Zucker Vitamine, Mineralstoffe und Enzyme, allerdings nur in sehr geringen Mengen. Daher gilt sowohl für Zucker, als auch für Honig: eher in Maßen verwenden.

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Gemeinsam gegen Ernährungsmythen

Ein zukünftiger Umgang mit Ernährungsmythen erfordert eine verstärkte Aufklärung und kritische Betrachtung von Informationen. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten ihre Ernährungsentscheidungen auf der Basis solider wissenschaftlicher Erkenntnisse treffen und sich nicht von populären Trends oder fragwürdigen Behauptungen leiten lassen. Es ist wichtig, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Gesundheitsorganisationen und Medien gemeinsam daran arbeiten, eine sachliche und evidenzbasierte Ernährungsinformation zu fördern, um die öffentliche Gesundheit zu unterstützen und falsche Mythen zu entlarven.

Durch eine bessere Aufklärung und eine kritische Hinterfragung können wir dazu beitragen, die Verbreitung von Ernährungsmythen einzudämmen und das Verständnis für eine gesunde Ernährung zu fördern.

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